The Amazon holds innumerous myth around treasures of gold lost somewhere in its deep forest, while in fact honey from the Melipona bee could be one of them. Though finding it is not just about taking something away but it may well increase benefits for people and nature.
This story was researched with kind support of the Non-Timber Forest Products Foundation
– Full Post in German.
Wildbienen-Honig: Gold aus dem Amazonas – 1/2

Im Amazonas finden sich unzählige Mythen von Goldschätzen, die irgendwo tief im Wald verborgen liegen. Tatsächlich könnte der kostbare Wildbienenhonig der Melipona Biene, ein Teil dieses Schatzes sein. Nur: Wer ihn hebt, nimmt sich nicht einfach etwas, sondern vermehrt den Gewinn für Mensch und Natur.

Aus dem Wasser ragen nur noch die Baumkronen. Wir befinden uns am Ende der Regenzeit am Rio Urubu im brasilianischen Regenwald. Das Boot steuert durch grüne Gassen, vorbei an Urwaldriesen und aromatischen Blüten. Das Team der Schweizerischen Non-Timber Forest Products–Foundation (ntfpfoundation.org) befindet sich auf Erkundungsreise, um Honigproduzenten zu besuchen.

Use it or Loose it

«Nutze es oder verliere es» (Use it or loose it) ist das pragmatische Motto, das Dieter Bratschi und Jonilson Laray vertreten. Der eine Forstingenieur ETH aus der Schweiz, der andere Bienenspezialist im brasilianischen Amazonas. Sie beide haben sich gefunden, um das zu schützen, was ihnen lieb ist: den Wald, seine Bewohner und die Bienen.

Vor zirka zehn Jahren haben sie deshalb damit begonnen, den Selbstversorgern und Kleinbauern in einem entlegenen Gebiet zu zeigen, wie Wildbienen in einfachen Holzhäuschen angesiedelt werden können. Bienen fördern Biodiversität und Pflanzenreichtum. Die amazonischen Wildbienen produzieren zudem, im Gegensatz zu ihren nördlichen Artgenossen, einen aromatischen Honig, welcher seit Urzeiten als Heilmittel verwendet wird.

«Der Aufbau einer Wildbienen-Zucht ist sehr günstig und braucht nicht viel an Wissen», erklärt Jonilson Laray. Da Wildbienen keinen Stachel besitzen, können sie in der Nähe der Wohnhäuser aufgestellt werden. Von dort fliegen sie bis zu zwei Kilometer weit und bestäuben die Pflanzen in den umliegenden Wäldern und Gärten. Zirka alle vier Monate kann man die Völker teilen und eine neue Kolonie gründen. Wildbienen haben nämlich nebst der eigentlichen Königin noch «Ersatz-Königinnen», welche bei einer Teilung des Volkes rasch in der Lage sind die Tochterpopulation zu regieren.

Pro Bienenvolk können jährlich vier bis sechs Liter Honig geerntet werden. Der erzielte Verkaufspreis ist bis zu acht Mal höher als jener von üblichen Honigsorten. «Bei drei Häuschen, welche wir als Starter-Kit bei unserem Pilotprojekt angeboten haben, wurden je 150 US$ erwirtschaftet», rechnet Laray vor. Sobald ein Haushalt 12 Häuschen aufgebaut hat, gehen 3 zurück ans Projekt damit weitere Familien mit der Honigproduktion beginnen können. «Die Arbeit mit Wildbienen ist einfach und für alle zugänglich». Gerade auch ältere Menschen oder Frauen, welche noch für Kleinkinder sorgen, können damit in der Nähe ihrer Häuser ein kleines Geschäft aufbauen. Natürlich ist es hilfreich, wenn die ganze Gemeinschaft eine Aktivität mitträgt. Schliesslich muss der Honig auch in die nächst gelegene Stadt, zur Verfeinerung und zum Vertrieb gebracht werden. In Caicubi, der Ort des Pilotprojektes am Rio Negro, hat sich dies jedoch erübrigt: «Ein Reiseanbieter bringt seine amerikanischen Touristen hier vor Ort und die kaufen dann alles leer», fasst Bratschi den Verkaufserfolg zusammen. Doch damit nicht genug. Am Rio Urubu, wo ein zweites Projekt aufgebaut wird, verfolgt man grössere Ziele.

Weiterlesen in Teil 2: Von der Rinderhaltung zum Honig

von sonja.schenkel@paititi-lab.org

 

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